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anja und die pferde


Vom Schnupperkurs zum eigenen Pferd – oder wie eine (fast) komplette Familie vom Reitvirus erfasst wurde.

 

Mama ich will reiten! Diesen Satz bekam sicher schon so manche Mutter von ihrem Kind zu hören. So ging es auch mir während eines Mallorca-Urlaubs, den ich vor 4 Jahren gemeinsam mit meiner Mutter und meinen beiden Töchtern (damals 4 und 6 Jahre alt) verbrachte.

 Samurai, so hieß das Pony, mit dem wir schließlich nach ein paar kurzen Erklärungen zu viert loszogen. Von Pferden verstand ich damals nicht viel, und – wie sich wenig später herausstellte – verstand Samurai ebenso wenig von dem, was wir von ihm wollten. Na ja, verstanden hat er es möglicherweise. Sicher ist aber, dass Samurai nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr das gleiche wollte wie wir. Es war bald schon nicht mehr klar, wer hier wen führte und das Pony wurde immer bockiger und begann schließlich am Führstrick zu steigen. Erstaunlicher Weise blieb meine Tochter Jule mutig im Sattel sitzen. Um die Kinder nicht weiter zu ängstigen, ließ ich Jule dann aber absteigen und schickte die Kinder mit meiner Mutter schon einmal vor. Irgendwie habe ich es dann auch noch geschafft, gemeinsam mit dem Pony, den Weg zum Ausgangspunkt zurück zu finden.

Im Nachhinein konnten wir über diese Urlaubsgeschichte zwar herzlich lachen, doch hat das Ereignis mit Samurai auch tiefe Spuren bei mir hinterlassen: Sobald ich einem Pferd näher kam als einen Meter, spürte ich die Angst wieder in mir aufsteigen. Das Führen unserer Kinder auf irgendwelchen Ponys übernahm ab sofort wieder mein Mann. Wenn er mir bei solchen Gelegenheiten auch nur kurz den Führstrick in die Hand drückte, um mit einem der Mädels ein paar Meter zu traben, bekam ich Schweißausbrüche und fing an zu zittern. Dabei wollte ich als Kind eigentlich immer ein Pferd und habe sogar eine Zeit lang voltigiert.

Zum Glück waren meine beiden Töchter durch das Erlebnis mit Samurai weniger traumatisiert. Jule war damals gerade mit dem Reiten auf dem Pferdehof Brand angefangen und hat sich auch durch dieses Erlebnis nicht davon abbringen lassen, einen großen Teil ihrer Freizeit den Pferden zu widmen.

Emma und Jule mit Bubi

Auch bei Emma sah das nicht anders aus. So kam es, dass ich während einer Reitstunde der Kinder mit anderen Müttern auf einen Aushang in der Reithalle aufmerksam wurde: In den Ferien wurden auf dem Pferdehof verschiedene Kurse zum Thema Reiten angeboten. Kurzerhand meldete ich mich mit einigen anderen Reitmüttern zu einem Anfängerkurs Reiten an. Mein Ziel war es, die Angst vorm Pferd wieder zu verlieren.

Anjas erste Reitstunde

Mittlerweile sind seit diesem ersten Kurs schon wieder über zwei Jahre ins Land gegangen und ich kann behaupten, dass ich meine Angst mehr und mehr überwunden habe. Unsere Reitlehrerin Sabine Brand verstand es, mir durch die richtige Lernumgebung, die Auswahl der richtige Schulpferde und ihre einfühlsame Art, die Angst zu nehmen. Bei Ferienworkshops ist es natürlich nicht geblieben, damit ergänze ich höchstens noch den wöchentlichen Reitunterricht, den ich seit zwei Jahren nehme. Auch mein Mann hat inzwischen Feuer gefangen und an mehreren Kursen teilgenommen. Ihn, der aus seiner Jugend bereits über Reiterfahrung verfügte, hat insbesondere die lockere Atmosphäre auf dem Pferdehof Brand überzeugt. Nicht nur das Reiten selbst, sondern auch das gesellige Beisammensein und gemeinsame Unternehmungen mit Gleichgesinnten bereiten uns viel Freude.

Da mittlerweile, bis auf unseren sechszehnjährigen Sohn Fabian, alle Familienmitglieder vom Pferdevirus infiziert wurden, schaffen wir uns gerade ein eigenes Pferd an. Na ja genau genommen wird es zunächst nur ein halbes Pferd, denn dafür gibt es von der Reitstallbesitzerin Sabine Brand ein maßgeschneidertes Konzept, dass für uns als relativ unerfahrene Pferdeliebhaber eine tolle, risikoarme Möglichkeit darstellt ein eigenes Pferd zu besitzen.

So wurde also aus einer kleinen Ponywanderung auf Mallorca und einem Schnupperkurs für Reitmütter eine pferdebegeisterte Familie. Wenn Samurai das wüsste …;-)

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